
Roaming Wild - Outdoorerlebnisse und Fotografie mit Hund
Wir, Sarah und Yvonne, gehen mit unseren Kund*innen wandern und halten ihre Erlebnisse in Bildern fest. Das gemeinsame 'Unterwegs-sein' ermöglicht uns, die Freundschaft von Mensch und Hund ganz nah und unverfälscht festzuhalten.
Dein Hund ist dein bester Freund? Bei unseren Fotoshootings ist nix mit Posen, Fassade oder Zwang. Ein achtsamer Umgang mit Hunden ist uns sehr wichtig und für uns als Fotografinnen in diesem Setting besonders gut machbar.
Du bekommst ehrliche Einblicke in unsere Arbeit, ungefilterte Erfahrungsberichte unserer Kund*innen und viele Ideen für deine Wanderungen und deine Hundefotos.
Roaming Wild - Outdoorerlebnisse und Fotografie mit Hund
#24 Auswandern nach Schweden für ein Leben mit Schlittenhunden - Teil 1
Nadja ist ausgewandert.
Nach einigen Arbeitseinsätzen auf der 'Wildact Adventure' Huskyfarm als Doghandler und Guide, hat sie ihre Zelte in der Schweiz ganz abgebrochen und lebt nun in der Weite Schwedisch Lapplands.
Was sie dort so erlebt, wie sie die Verantwortung für unzählige Huskies und Gäste handelt und wie ihr eigenes 'Rudel' auf 6 Hunde angewachsen ist, erfährst du in dieser Folge. Ausserdem gibt Nadja wertvolle Tipps, wie du als Tourist*in einen seriösen Huskytouren-Anbieter findest, wo das Tierwohl an oberster Stelle steht.
Höre dir unbedingt auch Teil 2 an - da erfährst du noch mehr über den 'Profisportler' Husky.
Du findest Nadja auf Instagram unter @mailys_nordic_moments
Wir empfehlen die Husky Farm 'Wildact Adventure' https://www.wildact.net/de/ - besuche Nadja und richte ihr einen Gruss von uns aus. =)
Du findest Sarah unter:
Webseite: https://abenteuerhunde.ch
Instagram: @abenteuerhunde.fotografie.ch
Du findest Yvonne unter:
Webseite: https://fellnasen-im-fokus.de
Instagram: @fellnasen_im_fokus
Sarah Stangl (00:00)
Herzlich Willkommen zu Roaming Wild, der Podcast für outdoor begeisterte Menschen mit Hund. Deine Hosts sind Sarah von Abenteuerhunde-Fotografie und Yvonne von Fellnasen im Fokus. Und heute sprechen wir über Huskies, über Schlittenhunde, über Schlittenhundefahren und zwar nicht über zwei Hunde, nicht über sechs, sondern eher in der Grössenordnung 100 und plus.
Dafür haben wir heute eine Gästin, die ist zugeschaltet aus dem hohen Norden, aus Schwedisch Lappland. Nadja, wir hoffen natürlich, dein Ton und das alles mit dem Internet tipptopp funktioniert heute, weil wir freuen uns riesig, dass du dir die Zeit nimmst, heute von deinem Lappland-Abenteuer zu erzählen. Du bist ausgewandert von der Schweiz.
nach Schwedisch-Lapland, mit Schlittenhunden zu arbeiten. Es freut mich besonders, weil ich die Nadja Wir kennen uns persönlich. Wir haben uns damals über Instagram kennengelernt.
Ich denke, privat zum Wandern mit unseren Hunden. Dann hat sich ganz schnell ergeben, dass Nadja ...
für Abenteuerhunde, Fotografie, einige Male für mich gemodelt, unter anderem für mein Imagevideo und für meinen Online-Kurs. Da ist irgendwie ganz schnell eine Freundschaft entstanden aus diesem Gleichgesinnten. Gerne zusammen draußen wandern mit den Hunden. Aber bevor ich mich jetzt zu sehr verquatsche, liebe Nadja, stelle dich doch sehr gerne einmal selbst vor und vielleicht auch gleich noch
Deine inzwischen sechs Hunde.
Nadja (01:52)
Hallo liebe Sarah, hallo liebe
freut mich, dass ich dabei sein darf. Wie schon gesagt, bin ich ausgewandert und wohne jetzt in Schwedisch-Lapland zusammen mit meinem Freund und sechs Hunden. Wir leben da am See im Nirgendwo, geniessen die Natur Schwedens. Meine Hauptarbeit momentan ist eigentlich das Führen von Schlittenhundetouren und anderen Outdoor-Aktivitäten.
im Winter wie im Sommer. Momentan haben wir, also es meine alte Mischlingshündin mit dabei, die Border Collie Mischlingshündin Meili, die ist mittlerweile 13,5 Jahre alt. Dann haben wir zwei pensionierte Schlittenhunde, die sind von der Husky fahren, wo ich eben arbeite. Dazu gekommen sind dann spontan noch mal zwei junge Schlittenhunde irgendwann vor anderthalb
sind das jetzt schon zwei Jahre? Jetzt sind es gerade zwei geworden. Und seit Oktober haben wir noch einen Jungsbund, die Niala, die unser Leben bereichert.
Sarah Stangl (03:00)
Das
geht auch, wenn man plötzlich so viel Platz hat in Lappland. Da man auch sechs Hunde haben, oder?
Nadja (03:06)
Ja, das ist kein Problem. Also irgendwann, ich glaube ab 9 oder 10 Hunden braucht man eine Bewilligung, aber alles drunter ist noch
Genau.
Sarah Stangl (03:15)
Magst uns kurz was zu deinem Background mit Hunden erzählen? Ich weiss nämlich, dass du schon ganz lange dich mit Hunde-Hunde-Training beschäftigst. Einfach so bisschen. Führ uns zurück.
Nadja (03:29)
Genau.
Ja, angefangen hat das, dass ich immer gerne Hunde hatte und mich dann irgendwie mit neun oder zehn Jahren von einem Berner Sennenhund von Kollegen von meinen Eltern über den Hundeplatz ziehen habe lassen. Als nach zwei Jahren meine Eltern das Gefühl hatten, doch, jetzt hast du es gezeigt, du meinst das glaube ich ernst, sind wir umgezogen, dann gab es einen Hunden, ersten Familienhund, das war die Jenny, mit der habe ich dann
fleissig trainiert, im Hundeverein, habe Hundetraining angefangen zu geben, habe dann Jugendgruppen geleitet und bin dann ins Hundetraining gerutscht und habe auch in einer Hundeschule lange gearbeitet. Ich eigentlich immer an allem interessiert, was so rund den Hund, ja, was es da gab. Also ich habe mit meinen Hunden auch immer alles ausprobiert, was irgendwie so anstand. Zugspurt, suchen, Man-Trailing, klassisches Tricktraining.
Film, Tiertraining, ja so ein bisschen alles.
Sarah Stangl (04:29)
Also alles,
ja. Ich wollte gerade fragen, hast du schon in der Schweiz Zughundesport betrieben, mit Schlitten und all dem?
Nadja (04:36)
Ich habe mich einfach auf dem Snowboard ziehen lassen, wenn wir mal Schnee Und sonst war es halt mit dem Fahrrad, habe ich es ausprobiert, beim Joggen. Also so Schlitten, klassisch Schlitten, hatte ich keine Möglichkeit. Nein.
Sarah Stangl (04:50)
Wie bist du auf die Idee gekommen, nach Schweden mit Schlittenhunden zu
Nadja (04:57)
Ich war immer gerne draussen, hatte immer das Gefühl, da gibt es noch mehr. Irgendwie hat man mal einen Schlittenhunderennen gesehen, einen Schlittenhundefilm, wie das für die meisten so ist.
so in Kontakt kommt, über eine Kollegin erfahren, dass sie mit Schlittenhunden arbeitet als Stockhändler und dass es diese Möglichkeit gibt, dass man da als Pflegeperson oder die, die sich die Hunde kümmert.
dass man da auf einer Farm helfen gehen kann. ja, so hat sich das bei mir auch ergeben. Nach dem ersten Studium, nach den Sportwissenschaften, ich mir eine Auszeit gegönnt und bin vier Monate nach Finnland gereist und habe da für Kost und Logis mich die Hunde gekümmert, das Schlittenfahren mal gesehen. Die hatten auch Pferde. Genau.
Sarah Stangl (05:48)
Hast du deine Hündin mitgenommen oder bist du alleine vier
nach Lapland gereist?
Nadja (05:54)
Meili hatte ich gerade vier Monate frisch aus dem Tierheim. Ich konnte sie nicht unerzogen, rasig wütend, ausflippend bei meinen Eltern lassen. Dann habe ich gesagt, gut, dann kommt sie mit. Das ist einfach die Bedingung. Dann sind wir losgezogen. Es war super, weil sie super runterfahren Ich konnte sie kennenlernen. Wir haben eine Bindung geschaffen. Wir haben im Wald aus Stangen ins Lalom gemacht, alles ausprobiert.
Ruhe gearbeitet und bisschen Frustrationstoleranz und so.
Sarah Stangl (06:27)
Und dann hat es dir bei diesem ersten Mal offensichtlich gefallen. Dieses Dog-Handler sein, dieses Schlittenfahren. Könnte
Nadja (06:31)
Könnt.
Könnte sein,
Sarah Stangl (06:37)
Was war es denn? Was hat dich
Nadja (06:37)
Es ist tatsächlich
Das Zusammensein mit Hunden, das habe ich mir immer vorgestellt, auf einem Hof zu wohnen, man Hunde, Tiere, irgendetwas haben kann. das Draussensein, die Natur, die Weite, die Ruhe, die Stille, das Zusammenarbeiten auch mit Gästen. alles hat so bisschen gepasst. Man konnte es ein bisschen kombinieren.
Aktivitäten, draußen sein, Tiere, eigentlich alles, was ich gerne mag.
Sarah Stangl (07:08)
Dann bist du wieder in die Schweiz gekommen und hast aber bald schon
nach oben gezogen.
Nadja (07:16)
Ich habe eigentlich nochmals studiert, habe Grundschullehrerin gemacht, dich kennengelernt und dann irgendwann gesagt, als Guide, das nächste Mal möchte ich wirklich als Guide gehen. Nicht nur mich die Hunde kümmern, sondern auch Touren fahren, draußen sein, unterwegs sein, die Hunde erleben, die Gäste erleben, die Natur erleben.
Sarah Stangl (07:38)
Und dann bist du wo gelandet?
Nadja (07:41)
Am Schluss bin ich dann bei Wild Act Adventure gelandet und arbeite da jetzt seit sechs Jahren. Wir haben da 70 Hunde, also bisschen mehr 73 momentan mit den Jungspunden. Und ja, sind fleissig unterwegs.
Sarah Stangl (07:57)
Super, das klingt toll. Jetzt wir schon bei dem Arbeitgeber angelangt, wo auch jetzt noch bist. Und bevor wir da jetzt reintauchen in deinen Alltag, möchten wir unseren Zuhörerinnen immer sehr gerne einen Wandertipp mitgeben. Und Nadja, du hast etwas vorbereitet für uns.
Nadja (08:16)
Ja, ich weiss nicht ob ihr den Fernwanderweg kennt, also den Kungsläden, ist der Königspfad in Schweden. Der ist 470 Kilometer lang, ungefähr, wenn ich das richtig im Kopf habe. Da gibt es einige Kilometer, da findet jeder etwas. Selbst gelaufen bin ich mehrmals bis jetzt zwei Abschnitte, immer so um die 70-80 Kilometer.
Es ist aber auch gut möglich da verschiedene Tagesetappen zu machen. Sehr beliebt ist ganz der nördliche Teil. Also bei Abisko Starten, da gibt es auch Tagesetappen. Und für mich der schönste Part ist eigentlich so mittendrin von Quick Jog nach Saltoluk da. Da kann man auch ins Rapadalen gucken. ja, das ist so eine Wanderung über vier, fünf Tage. Das ganz toll.
Sarah Stangl (09:08)
Ich lache schon, weil ich den Namen wieder nicht verstanden Ich glaube, wir müssen das den Zuhörerinnen und in die Beschreibung packen, wie das heisst.
Yvonne (09:16)
Ich wollte dich gerade
fragen. Das kann sich... Also das musst du tippen irgendwo.
Nadja (09:18)
Das
können wir machen. Es ist Quick Jog und Saltolok da. genau. Na ja klar. Klingt für mich auch komisch am Anfang.
Sarah Stangl (09:28)
Ja klar!
Ja.
Wieso ist dieser Abschnitt besonders schön?
Nadja (09:35)
finde den sehr vielfältig. Man startet im Wald und schlängelt sich dann hoch und dann kommt man auf eine Hochebene, die wunderschön ist, die man überquert am zweiten Tag. Es ist sehr abwechslungsreich. Es geht immer bisschen hoch, runter. Man geht wieder in den Wald. Dann hat man wirklich den Einblick. Das ist eigentlich das ganz Spezielle, den Einblick in den Sarek. Es ist wirklich der Teil,
auch durch den Sarek Nationalpark geht. sind Hunde eigentlich nicht erlaubt, aber auf dem Kungsleden eben schon. Dieser Teil ist einfach super schön, man dann auch auf die Hochebene kommt, Richtung Sarek Nationalpark wandern kann und dann einen Blick ins Rappadalen werfen kann. Das ist eines der schönsten Täler ich je gesehen habe. Mit ganz vielen verschiedenen Seen, sind in unterschiedlichen Farben, von Türkis zu Blau.
Flüsschen, da durchfließen. haben auch schon Elche durchlaufen sehen. Das ist ganz toll.
Sarah Stangl (10:38)
Ich musste nach unserem Vorgespräch das kurz googeln.
Liebe Zuhörerinnen, müsst euch das auch mal anschauen. Das sieht wirklich fantastisch aus. Da will ich unbedingt auch mal hin. Gehst du denn da mit dem Zelt oder gibt es da Hütten? Wie sieht es da aus?
Nadja (10:54)
gibt beide Varianten. Man kann die SDF-Hütten buchen oder da schlafen. Das sind dann so eine Art Berghütten. Oder man kann auch frei campen und das Zelt mitnehmen.
Yvonne (11:05)
Klingt toll. Jetzt sind wir ja schon in Schweden. Jetzt muss ich mal nachfragen, Nadja. Weil ich finde das schon krass. Also das eine ist ja irgendwie von Deutschland in die Schweiz auszuwandern oder so, aber von der Schweiz nach Schweden ja noch mal eine andere Hausnummer. Wie kam das oder wann und wieviel die Entscheidung für dich zu sagen, du ziehst jetzt nach Lapland?
Nadja (11:25)
Das war eigentlich gar nie so groß geplant oder so richtig in meinem Kopf. Das war so ein bisschen spontan auch. Der ganze Haus kauft dann schlussendlich, aber hat sich so ergeben. Ich habe immer so von Kanada, Alaska irgendwie sowas geträumt. Hab dann gedacht, die guten Norwegen, Schweden, Finnland ist auch eine schöne Region. Das geht in die gleiche Richtung. Vielleicht noch ein bisschen zivilisierter und bisschen weniger wild. Nicht, dass meine Mama noch Angst haben muss wegen Bären, Wölfen und mich gar nicht mehr besuchen kann.
Ja, und schlussendlich war ich hier, habe den ersten Winter hier gearbeitet, dachte, ein Winter ist keiner, machen einen zweiten. Dann war das der Corona-Winter, da kamen nicht so viele Gäste, also war es kein richtiger Winter, also bleibt man doch noch einen dritten. Und dann kam das Angebot auf, eben auch im Sommer Touren zu guiden und so. Dann haben wir gesagt, okay, wir bleiben einen Sommer, gucken mal, wie das so geht.
Wenn es uns gefällt, wir ein Haus, bleiben wir da. Und schlussendlich ... ... war das Haus schon im Frühling da, bevor ich im Sommer da war. Wir haben mitgeboten und haben es dann auch gekriegt.
Yvonne (12:37)
Du sprichst immer von mir, das heißt du hattest deinen Freund da schon und der ist mit dir ausgewandert oder wie ist das passiert?
Nadja (12:43)
Ja genau, ich habe ihn hier oben kennengelernt, er ist aus Deutschland,
Norddeutschland. Er hat einfach gesagt, egal wo ich hingehe, kommt mit. Er wird schon irgendwie einen Job
Yvonne (12:54)
Puh.
dir auf der Husky Farm?
Nadja (13:00)
Er hat mit mir zusammen gearbeitet, er als Gast auf dieser Rast gefahren, bevor ich kam. Und als ich da war, war er wieder als Gast da. Das Jahr darauf war er auch als Stockhandler, da nochmals, im zweiten Winter. Und ja, so hat sich das irgendwie ergeben.
Yvonne (13:02)
Nun.
Klingt toll. Und das Haus, das ihr geboten habt, wie muss man sich das... Ist das einfach, Schweden ein Haus zu kaufen? Oder... Also, wenn ich mir jetzt vorstelle, ich müsste irgendwie in Deutschland... Ich wohne nicht in Deutschland, ich müsste in Deutschland ein Haus kaufen, das ist nicht so einfach. Und ich stelle es mir auf die Distanz noch viel schwieriger vor, eigentlich.
Nadja (13:36)
Ja, wir waren ja schon da, das heisst wir konnten es auch angucken gehen. Und in Schweden ist es immer ein Beat-Verfahren. Also es gibt einfach ein Startgebot und dann kann jeder mitbieten. Es war ein richtiger Krimi so ein bisschen, weil wir wussten nicht, wie lange darf man mitbieten, wie viele bieten mit. Und dann hatten wir, wir hatten ja keinen Zugang, wir hatten noch keine Personennummer und so. Irgendwie und dann haben wir per SMS mitgeboten und dann kam halt immer eine SMS, wann jemand, wenn jemand jemand geboten hat.
Yvonne (13:42)
Mhm.
Okay.
Nadja (14:05)
Dann war es so, jetzt ist Freitag, jetzt hat jemand so so viel geboten, das ist unser Limit, wir bieten jetzt und hoffen einfach, dass übers Wochenende niemand bietet. Irgendwie ist es dann aufgegangen, dass mein Freund am Montag angerufen hat, als ich auf einer Tour war, er hat wir haben das Haus, wir haben die Zusage.
Yvonne (14:23)
Cool. Richtig
schön. Offensichtlich kann man als Deutscher oder als Schweizer ein Haus kaufen, auch wenn man da noch gar nicht lebt und nicht sozialversichert ist. Gibt es sonst irgendwie Bedingungen, wenn du dann auswanderst? Also wenn du da dann auch arbeiten willst und da permanent wohnen willst, gibt es da irgendwelche Tipps, muss man irgendwas berücksichtigen oder ist das einfach wesentlich lockerer als so in den bürokratischen Ländern, in denen wir gerade hier so unterwegs sind?
Nadja (14:52)
Also ein Fährhaus, wenn du selber Geld hast, kannst du auch als Ausländer kaufen. Das ist eigentlich kein Problem. Oder sollte kein sein. Du kannst auch ein Haus kaufen, wenn du das Geld selber bringst, ohne hier zu wohnen. Wenn du aber eine Personennummer möchtest, hier eigentlich am sozialen Leben teilzunehmen und auch eben Krankenversichert zu sein und alles, dann musst du schon auch entweder genügend Eigenkapital bringen.
Das ist dann 15.000-20.000 Franken Euro in dem Sinne, dass du dem Staat nicht gleich auf dem ... wie sagt man das? Dass man nicht gleich vom Staat abhängig ist oder dass du selber einen unbefristeten Job hast. Das hatte ich, deshalb bekam ich diese Aufenthaltsbewilligung dann auch. Als Schweizerin ist das noch was anderes als wenn man aus dem europäischen Raum kommt oder zur EU gehört. Dann geht es ein bisschen einfacher. Aber ja, ist eigentlich
Yvonne (15:45)
Hm.
Nadja (15:51)
du Eigenkapital hast oder einen unbefristeten Job, es okay. Soll es eigentlich funktionieren, dass sie dich aufnehmen?
Yvonne (15:58)
Okay, sehr gut. Und hast du jetzt, du da, wie lange lebst du jetzt in Labland?
Nadja (16:05)
Im Mai wir das Haus drei Jahre und seit sechs Jahren bin ich eigentlich hier am Arbeiten.
Yvonne (16:09)
Mhm.
Da kann man ja schon irgendwie sagen, also das ist ja das eine, finde ich, wenn man irgendwo hin in den Urlaub fährt oder mal für ein paar Monate dort ist und dann nach Hause geht, versus man lebt da wirklich. Man geht da einkaufen, braucht da mal Arzttermine, so all diese Themen, die man so im normalen Alltag hat. Ist es, wie ist die Mentalität in Schweden oder wie ist das Gefühl dort zu leben? Unterscheidet sich das in irgendwas eklatant zu der Schweiz oder zu Deutschland?
Nadja (16:39)
Es ist alles lago, also alles gemütlich, nicht zu streng, nicht zu leicht, nicht zu irgendwie. Es hat niemand Stress, kommt einem so vor. Es wird aber auch nicht direkt angesprochen, was denn die Probleme sind. Wenn jemand heute keine Zeit hat, dann verschiebt sich das gemütlich auf morgen. Jeder hat Anrecht auf vier Wochen am Stück Sommerferien, wenn er das haben möchte.
Im Sommer läuft einfach nichts. Wenn du im Sommer was bestellst, kommt einfach mal wochenlang nichts an. Das ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Klar, die Post arbeitet ja auch, aber es ist schon tendenziell, dass gewisse Berufe unterbesetzt sind oder lange Sommerferien haben. Da muss man dann nicht einen Grossbau planen. Das ist dann ein bisschen
Yvonne (17:26)
Mmh.
Aber klingt
ja ansonsten eigentlich ganz entspannt.
Nadja (17:31)
Es wird nicht gedrängelt an der Kasse, wenn da ein Schwatz gehalten wird, die Leute halten Abstand. Sie sind eigentlich ganz freundlich, wenn du die ansprichst und mal Hilfe brauchst. Das ist ja bei uns eigentlich auch so. Oder hoffe ich zumindest. ja, eigentlich ist es ganz nett. Vielleicht sind sie manchmal bisschen reserviert, aber es ist auch so, dass ich vom Schuss wohne. Also die, die ich kennenlerne, sind wirklich ganz nett.
Yvonne (17:58)
Mhm.
Nadja (18:00)
und sind uns auch am Helfen. Aber wir haben da so bisschen eine Schweizerdeutsche Bubble irgendwie auch, weil da wo ich arbeite sind Schweizer, dann daneben wohnen noch mal Deutsche, dann gibt es die Tierärztin, ist aus Österreich. Also so richtig viel Kontakt zu Schweden selber habe ich noch nicht wirklich.
Yvonne (18:20)
Okay.
Aber würdest du sagen, liegt eher daran, dass du eben, wie du jetzt auch gesagt hast, ein bisschen weiter außerhalb wohnst und quasi auch so einen Tagesablauf hast, wie du ihn hast? Oder ist es schwieriger, so in so eine schwedische Gemeinschaft irgendwie reinzukommen? Sind die da doch ein bisschen verschlossener vielleicht?
Nadja (18:39)
Ich dass es ganz gut gehen würde, wenn in einem Vereinsleben teilnehmen würde. Mein Freund ging Beispiel eine Zeit lang Volleyball spielen. Absolut kein Problem. Mein Chef spielt Badminton und alles. Die sind überall involviert. Das ist sicher kein Problem. glaube, mir ist der Punkt mehr, dass ich tagsüber so viel draußen bin und mit Gästen unterwegs bin. Dass ich schlicht und einfach nicht wirklich viel Zeit habe.
Yvonne (18:45)
Mhm.
Okay. Sprichst du Schwedisch?
Nadja (19:13)
Gute Frage.
so die Standardsätze, weiss ich wie die gehen, weil ich hab mir die ersten paar Jahre so gedacht, ja gut, ich lern's einfach so, das was man trotzdem ein bisschen braucht. Und ich versteh besser, dass ich sprechen kann. Ich versuch die Briefe selber zu lesen und zu verstehen auch und kann dann immer meinen Freund fragen, wenn irgendwo doch was Unverständliches, aber perfekt Schwedisch kann ich noch lange nicht. Ich fang dann jetzt einen Sprachkurs an, hoffentlich.
Yvonne (19:42)
man das? Also, oder käme es so theoretisch mit Englisch auch durch.
Nadja (19:45)
Die meisten Schweden
Heute hatte ich auch einen Termin bei der Physio und mit dem habe ich dann auch Englisch gesprochen, um bisschen besser ins Detail gehen zu können. Ich brauche es halt einfach nicht. Also es ist wirklich so, ich einfach mit den Deutschen, also die Gäste bei uns sind Deutsche, Österreicher und Schweizer. Also wahrscheinlich zu 99 Prozent. Und deshalb verwende ich die Sprache halt nicht.
Yvonne (20:08)
Wär gut.
Nadja (20:12)
Da ich jetzt noch ein Sprachzertifikat gemacht habe in Englisch und so, wurde es gerade bisschen nach hinten geschoben, Schwedisch auch wirklich zu lernen.
Yvonne (20:21)
Wenn du so weit draußen wohnst, wie ist das, also wie weit ist es bis zur nächsten Stadt und wie läuft es dann so, wenn du mal zum Arzt musst oder wenn jetzt der Hund zum Tierarzt muss zum Beispiel oder so, ist das immer ein großer, ein größerer Eck dann oder wie muss man sich das vorstellen?
Nadja (20:37)
Nein, das geht eigentlich ganz gut. Wir wohnen 25 Minuten von der
Das kann man nicht wirklich aber für uns schon entfernt. Sie hat 4'500 Einwohner oder
Yvonne (20:42)
Okay.
Nadja (20:48)
Sie aber
Yvonne (20:49)
Okay.
Nadja (20:50)
so gross wie bei uns so eine knappe Stadt, fast so um die 8'000, 9'000, 10'000 Einwohner ausgestattet. Da ist auch eine Tierärztin, da ist ein Sp...
Also nicht ein Spitalspital, sondern eine Gesundheitszentrale, wo man vorbeigehen kann. Für die ersten Abklärungen reicht das. Auch kleine Operationen beim Hund werden da gemacht. Aber wenn es
auf hart kommt, dann muss man schon zwei Stunden fahren für Richtung Küste.
Yvonne (21:20)
fehlt dir irgendwas?
Nadja (21:21)
Rivella? Nein. Nein,
Ich weiss gar nicht, ist schwierig zu sagen. Ich war früher sehr aktiv. Ich halt immer jeden Abend tanzen, reiten, Hundertraining, unterwegs, Ice-O-K-Spielen. Und das habe ich nicht mehr. Aber ich hätte gedacht, dass mir das mehr
Yvonne (21:39)
Hm.
Nadja (21:42)
Und trotzdem denke ich mir ab und zu, ach so ein, zwei Mal abends Zeit haben, auch im Winter wäre schon schön. Wieder mal irgendwas.
zu
Sarah Stangl (21:49)
Wenn wir jetzt bisschen reinstarten, dann gleich in deine Arbeit mit den Schlittenhunden, kann ich mir das so vorstellen bei euch wie im Film. Ich stelle mir Lapland so vor. Flach, viel Schnee, Wälder, dann dieses irrsinnig schöne Licht, golden und pink und einfach, ich sehe keine Häuser, ab und zu kommt ein gefrorener See.
Aber das ist auch schon alles. Sieht so bei euch aus.
Nadja (22:18)
Es ist viel Wald, es hat viele unzählige Seen, die im Winter gefroren sind, über die man auch
laufen gehen, Ski fahren, was auch immer kann. Und ganz so flach ist es nicht. Wir haben tatsächlich auch zwei, drei Hügel, aber man kann jetzt nicht von Bergen sprechen. Es sind halt dann so Erhöhungen von 700, 800 Meter, aber es sind immerhin doch 300, 400
Die wird auch beim Wandern bei uns in der Region doch irgendwie erklimmen können. Also wir haben gerade den Akanolke und seinen Nachbarshügel, so als unser Hausberg bei der Husky Farm und ja dann zwei, drei Erhebungen. Und die Gäste kommen schon ordentlich ins Schnaufen, wenn sie auch mal im Schlitten mitrennen müssen oder so. Es gibt schon so eine Tour, die wir fahren.
wo sie doch auch aktiv mithelfen dürfen und merken, dass es nicht ganz so flach ist.
Sarah Stangl (23:09)
mithelfen dürfen, das hast du bestimmt richtig schön ausgedrückt. Wenn ich jetzt bei euch der Farm hinkomme, wie sieht das aus? Wie muss ich mir das vorstellen? Was ist so eine Husky Farm?
Nadja (23:26)
Je nachdem, wie gross das natürlich ist, das
Gästehaus, vielleicht mit Gästehäuschen, vielleicht auch das Wohnhaus der Familie oder wer das auch immer leitet. Und dann gibt es natürlich die Zwingeranlage, wo die ganzen Hunde untergebracht
Sarah Stangl (23:41)
Wie sieht die bei euch aus?
Nadja (23:43)
Bei uns ist das eine große Anlage
immer zu zweit, wohnen eigentlich unsere Hunde zusammen.
Sarah Stangl (23:49)
Es ist so, wie ich vorurteile im Kopf. Wenn ich an Schlittenhunde denke, habe ich entweder das Bild von Kettenhaltung oder ich sehe einen Zwinger mit 20 Hunden. Das ist mein Vorurteil. Wir kommen gleich noch darauf. Ich bin super gespannt, was du zu erzählen hast. Wir wollen uns angucken, was es für unterschiedliche Grösse
anbieten von diesen Schlittenhunden. Wie kann ich als Tourist, wenn ich jetzt denke, boah, ich möchte das auch mal erleben, ich möchte auch mal mit dem Hundeschlitten durch diese verschneite Landschaften fahren, wie kann ich das einschätzen bezüglich Tierwohl, ob das eine gute Sache ist, wo soll ich buchen und so weiter. Und deshalb dachte ich mir, steigen wir einfach mal bei
euch ein und du hast mir im Vorgespräch erzählt, ihr seid so ein mittelgrösser
Kannst du für uns das mal einordnen? Was ist ein kleiner, ein mittlerer was ist ein grosser Betrieb?
Nadja (24:56)
Ja, bei uns eben so ein mittlerer Betrieb, das beschreibe ich so bisschen. Eine Farm, vielleicht so um die 50 bis 100 Hunde hat, ungefähr. Und die Kleinen sind vielleicht so ab... Also ich meine, jeder, eine Husky Farm haben möchte und mit Gästen fahren will, der braucht eine gewisse Anzahl Hunde. Also 20 sind wahrscheinlich schon mal das Minimum, dass überhaupt irgendwie zwei Gäste mit dir mitfahren könnten und du brauchst als Guide ja auch gewisse Hunde.
Also eine kleine Farm ist vielleicht so was 20 bis 50 und dann irgendwie 50 bis 100, so was mittelmäßiges. Und dann gibt es ganz große Farmen, die auch mehrere Hundert Hunde haben. Und das finde ich dann schon fast ein bisschen
Sarah Stangl (25:38)
Das klingt auch extrem. Ist das bei euch in der Gehege gibt es sowas? So
Nadja (25:43)
Es
solche, die vielleicht so die 150-200 Hunde haben. Sicher auch rund Kiruna oder so. Jetzt bei uns in der Nähe nicht. Das sind alles eher kleinere Farmen, die so 30, 40, 50, 60 Hunde haben. Kleine bis mittlere.
Sarah Stangl (25:58)
Pro Schlitten sind das wie viele Hunde, man so braucht.
Nadja (26:01)
Bei uns ist es im Schnitt fünf. Wenn wir sehen, ist eine leichte Frau, klein, nicht ganz so kräftig, oder ein Kind oder so. Dann kommen die auch super gut mit vier zurecht. Unsere Hunde sind bisschen grösser geworden.
und stärker. Das sind vier bis fünf Hunde. Die Hunde ziehen nicht zu Tode. Auf Skiern könnte ich auch zwei Hunde ziehen.
Das soll aber für die Hunde trotzdem noch angenehm sein, machbar sein.
Sarah Stangl (26:32)
Ich versuche, das in meinen Kopf ein bisschen einzuordnen. ich jetzt sage, Teilnehmer braucht es vier Hunde, wie viele Gäste muss jemand haben, dass er 200 Hunde braucht? Weisst du, das ist so ein Massenbetrieb, ist das so eine Massenabfertigung schon fast?
Nadja (26:45)
Mhm.
Ja, könnte sein. Es gibt ja auch Farmen, eben 3, 4, 500 Hunde haben, die dann Wochentouren anbieten. Und wenn du als Guide 5 Gäste dabei hast, dann bist du einfach schon mal bei 25 Hunden für die Gäste. Und dann brauchst du auch noch 5, 6, 7, 8 Hunde, je nachdem zum Vorfahren. Dann bist du schon bei 30, 35 Hunde. Und dann gibt es ja eine große Farm, halt 7, 8 Guides.
Sarah Stangl (26:57)
Mmh.
Mhm.
Nadja (27:20)
Wenn die Nachfrage da ist, das anscheinend zu funktionieren.
Sarah Stangl (27:25)
Du hast mir auch erklärt, gibt einen Unterschied und du hast
bewusst entschieden, einen touristischen Betrieb arbeiten zu geben. gibt auch noch Rennzwinger, hast du mir gesagt. Was
kannst du mir das nochmal erklären?
Nadja (27:41)
Rennzwinger sind eher die, die für sich selber Hunde haben, für sich selber trainieren und dann aber auch ein Rennen starten, die eigentlich nicht über die Touristen dann auch Geld erzielen. Das ist dann mehr so ein Hobby oder gewisse machen das halt dann auch vielleicht fast beruflich. Also jetzt in Amerika oder so gibt es ja dann diese, also es gibt es auch hier professionell fahrende Hunde und so, aber die finanzieren sich dann auch wieder über einen Teil Tourismus, in dem sie halt, ich sage jetzt mal die
Creme de la creme nehmen sie für sich, für das Rennen. Der Rest wird mit Guides zusammen dann mit Touristen und sich das Rennen und das Leben zu finanzieren. Es gibt da einen Mischbereich. Wir selber nur ein Touristenbetrieb. Weil der Gedanke da ist, wenn man Rennen fährt, dann macht man es richtig oder gar nicht.
Sarah Stangl (28:36)
Wieso hast du dich dafür entschieden, jetzt mit Touristen zu arbeiten?
Nadja (28:41)
Ja, weil ich gerne draußen bin, Menschen zusammen arbeite, mit den Hunden was erleben möchte und gerne den Leuten das zeige, wie das so ist, dass sie dieses Erlebnis haben können. auch das Rennfahren bringt halt auch kein Geld schlussendlich. Ich habe mir halt einen Job gesucht und bin gerne draußen, mache gerne Aktivitäten draußen und da kann ich meine Leidenschaft irgendwie verbinden.
Sarah Stangl (29:10)
Wie kann ich mir das vorstellen? Was ist die Dichte an Huskyfarmen in Lappland? Ist das ein sehr häufiges Phänomen? Gibt es ganz viele?
habe noch nie gegoogelt, ich habe noch nie recherchiert, ich bin ein bisschen lost.
Nadja (29:26)
Ja, kann ich jetzt auch gar nicht so viel dazu sagen. Es gibt zwei Hotspots, ich sagen, sicher Kiruna und dann rund um Arvizjaur, da wo wir auch sind. Aber es hält sich eigentlich in Grenzen. Ich kenne hier vielleicht sechs, sieben, acht so kleine Farben, die hier rund herum verteilt sind. Aber ich meine, die nächste ist irgendwie 40, 50 Minuten, also halbe Stunde von mir entfernt, das aber auch eine ganz kleine. Und Rest ist mindestens eine Stunde entfernt.
Sarah Stangl (29:54)
Und die Leute, kommen im Winter zum Schlittenfahren, was macht ihr im Sommer?
Nadja (30:00)
Im Sommer gibt es ganz verschiedene Angebote von Wandern, Husky-Trekking, Kanu-Fahren, Familienwoche,
Fotokurs gab es auch schon mit einer Fotografin. Ganz verschiedene Sachen.
Sarah Stangl (30:13)
Im Sommer kann man auch mit den Hunden was unternehmen bei euch. Da geht ihr dann wandern oder habt ihr auch Scooter oder sowas.
Nadja (30:16)
Mhm. Mhm.
Nein, das haben wir nicht. Wir lassen die Hunde im Sommer, wenn es so warm ist, pausieren. Die kriegen Freilauf in ihrem Freilaufgehege. Sozialisierung ist angesagt und wachtägliche
Die Gäste können aber jederzeit auch mit einem Senior spazieren gehen oder mit auf ein Husky-Trekking oder
andere Hunde mitkommen.
Sarah Stangl (30:43)
Ich möchte zurückkommen auf, ich mir einen aussuchen
den ich gut unterstützen kann. Ich stelle mir das schwierig vor, ab Webseite zu entscheiden. Der Betrieb wird sich wohl gut die Hunde kümmern. Das wird ein cooles Erlebnis für mich. Gibt es Anzeichen, wie ich so etwas einschätzen kann als Tourist?
Auf was könnte man achten?
Nadja (31:14)
Auf der Internetseite es ja immer so, dass jeder versucht sich möglichst positiv darzustellen. Man liest auch Bewertungen und alles und denkt sich, wie schön, wie toll. Man kann sicher versuchen, bisschen herauszufinden, die Hunde vorgestellt persönlich oder wird die Haltungsform so bisschen erläutert. Wie du sagst, Kettenhaltung ist halt zum Beispiel in Schweden nicht erlaubt. Das ist schon mal ein grosser Vorteil. In Finnland und Norwegen ist das
noch erlaubt und auch gang und gäbe, so wie in Alaska auch. Und ich denke mir halt immer, es ist richtig schwierig herauszufinden, nur anhand der Homepage, da was da genau, was empfehlenswert ist und was nicht. Man kann ja sicher Bewertungen lesen und gucken, doch hat es den Leuten gefallen, wieso hat es denen gefallen. Man
das Beste ist aber immer noch so.
Mund zu Mund Propaganda, ich mal. Wenn jemand schon mal irgendwo war, sagen, hey, doch, das hat mir gefallen. Und ich denke, einfach umso touristischer der Ort ist, umso größer der Ort ist, umso mehr Hunde die haben, umso kommerzieller ist es vielleicht auch. Also wenn, dann würde ich versuchen, so kleine persönliche Betriebe zu unterstützen oder so eben bis Mittelmass irgendwie, wo man dann auch einen persönlichen Kontakt hat und nicht einfach nur kommt und wieder geht.
Es gibt verschiedene Anbieter, 60, 70, 80 Gäste pro Woche haben. Jeder fährt in dieser Woche einfach einmal Hundeschlitten. Dann teilt man sich diesen Schlitten, fährt eine Runde von 7, 8, vielleicht 10, 15 km. In der Mitte wird gewechselt, lässt viel Geld liegen. Es ist ein Erlebnis, man kann es abhaken, ja, aber ...
Wenn es dann einfach die 500 Meter Runde ist im Santa Claus Dorf, weiss ich nicht wie toll das wirklich für den Gast selber war, für einen als Erlebnis und für die Hunde. Das ist halt dann so bisschen schwierig.
Sarah Stangl (33:09)
Hahaha!
Da wird
es ein bisschen gedisst gegen den Santa Claus. Das bringt mich auch schon zu einer nächsten Frage. Wie lang sind denn solche Touren? Du hast es gesagt, die 500 Meter Runde. Das ist klein, das.
Nadja (33:19)
Hahaha
Das ist
Ich sage jetzt mal so am Markt, mal reinzuschnuppern, dass man das mal gesehen hat. Wie so Ponyreiten gibt es halt auch
Sarah Stangl (33:37)
Wollte ich gerade sagen, die im Kreis
Nadja (33:42)
die im Kreis gehen. Das ist ja eigentlich auch so
nicht so gern
Sarah Stangl (33:45)
Keine gute Sache.
Nadja (33:47)
ja, in der Schweiz kann man auch für 7-8 km Hundeschlitten fahren.
In Schweden sieht es anders aus als unsere kürzeste Runde, die 22 km um die 20 km. Da bist du fast zwei Stunden unterwegs. Wenn viel Schnee gefallen ist, geht es auch mal ein bisschen länger. Das ist unsere kleine Runde.
Extremere ist, wenn wir fünf, sechs Tage in die Berge fahren und so bis zu 60 km fahren an einem Tag.
Sarah Stangl (34:17)
Wow, also das heisst eine Wochentour, das wird auch unterwegs übernachtet dann nehme ich
In der Kälte.
Nadja (34:26)
Wir haben diese Kurztouren, die man fahren kann. Dann gibt es eine Wochentour, auf der Husky fährt. Da fährt man die kleine Runde, die grössere Runde. Dann fährt man für ein oder zwei Nächte in die
Oder es gibt diese Bergtour. Die Bergtour ist jetzt mal in einer anderen Hütte.
Sarah Stangl (34:44)
Du
hast auch gesagt, dass ganz nett formuliert dass die Kunden dann mithelfen dürfen. Das heisst, diese anstrengenderen Touren sind auch schon etwas für Menschen, die fitter sind und mehr Abenteuer wollen.
Nadja (35:02)
Genau, also wenn
diese Bergtouren stattfinden, dann wird schon vorausgesetzt, dass man auch den Schlitten mal 200-300 Höhenmeter irgendwie begleitet, wenn einfach Neuschnee gefallen ist, weil da kann ja niemand spuren, da muss man einfach fit sein. Da kann aus einer 2-3-4 Stunden Runde eine 5-7 Stunden Runde werden, einfach weil es geschneit hat, keine Spur vorhanden ist.
Auch bei uns, die normale Wochenrunde ist eigentlich für mittlere Fitness ausgeschrieben, sage ich jetzt mal. Und trotzdem kommen auch so 65-, 70-Jährige mit, die mitfahren, die auch sich fit fühlen, die aber dann schon sagen, doch, das war
streng.
Sarah Stangl (35:44)
Wahrscheinlich kommt es nicht so aufs Alte an. Auch Menschen in unserem Alten können sich überschätzen.
Nadja (35:46)
Nein, nein.
Genau. Genau.
Sarah Stangl (35:52)
hast eben noch gesagt, dass gespurt Kannst mir vorstellen, eine Läufe in der Schweiz Wie sieht das aus?
Nadja (36:04)
Genau. Wir fahren auf
Das sind Trails mit einem Schneemobil und einem Anhänger, der den Wegschirm pflügt, wie für die Leute auch. Das Wetter kann man nicht beeinflussen. Wir schauen, dass für Leute, eine Halbtages- oder Tagestour fahren, die Trails bestmöglich präpariert sind, dass es ihnen auch gefällt und dass die, die eine Woche kommen, erleben auch mal Neuschnee.
Es eine 3,5 Stunden Runde, eine 5,5 Stunden Runde, weil sie mehr mitschieben müssen, mehr helfen müssen, mehr stecken bleiben irgendwo. Oder ich selber den Weg finden muss, weil einfach alles verblasen und verschneit ist.
Sarah Stangl (36:48)
Kann ich jetzt da so
Ich kann gar nicht Hunde schlitten fahren. Ich kann mir nicht mehr vorstellen, wie das geht. Ich habe jetzt selbst Hunde und kann so ein bisschen mit Hunden umgehen. Kann jetzt da einfach irgendeine Person kommen, die so absolut keine Ahnung von Hunden hat und mit euch schlitten fahren gehen? Ja.
Nadja (37:08)
Ja,
Doch, Ein Vorteil ist sicher, wenn man ein bisschen Skifahren kann oder bisschen sportlich ist. Aber das haben uns bis jetzt alle wieder heile nach Hause geschafft. In meinen sechs Jahren hatte ich jetzt zweimal einen Gast, dem es irgendwie nicht gefallen hat oder der gesagt hat, der war völlig überfordert oder so, das er gesagt hat, nein, nein, mache ich nicht mehr. Und wir haben doch irgendwie, keine Ahnung, geschätzt 150.
Sarah Stangl (37:20)
Mhm, schon mal gut.
Nadja (37:37)
Wochengäste und kommen noch Tagesgäste dazu.
das ist wirklich möglich. Wir geben eine kleine Einführung, erklären, wie das läuft, wie das funktioniert, zeigen, wie man in den Schlitten fährt, worauf man achten muss bei den Hunden und so, damit das dann eben alles klappt, bis möglich. Aber Stürze gibt es halt immer mal wieder.
Sarah Stangl (37:59)
Ich melde mich aus der Post-Production, aus dem Schnitt, und zwar weil wir beschlossen haben, dieser Folge mit Nadia gleich zwei zu machen, denn sie hat so vieles Interessantes zu erzählen und was wir euch natürlich nicht vorenthalten möchten. Deshalb hier ein Schnitt und weiter geht's dann im zweiten Teil der Folge mit Nadia vor allem die Hunde, die Schlittenhunde, den Profisportlerhund.
Also ich habe nicht schlecht gestaunt, wie so ein Hund gepflegt und gehegt wird, was ich ja richtig, richtig super finde und es erinnert bei der Erzählung von Nadja wirklich an einen Profisportler. Sei also gespannt und schalte wieder ein in zwei Wochen, wie immer mit der neuesten Folge von Roaming Wild. Wenn dir diese Folge und diese Podcast gefallen hat, dann freuen wir uns darüber, wenn du uns fünf Sterne gibst auf deinem Podcast-Player.
und wenn du uns deinen Freundinnen und Kolleginnen und deiner Familie weiterempfahlst. Dann bis zum nächsten Mal. Hab's schön. Tschüss.